Zum 35. Tag der Deutschen Einheit
35 Jahre Deutsche Einheit
Für die Burschenschaften der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft ist mit der Wiedervereinigung vor 35 Jahren eines der Hauptanliegen burschenschaftlicher Arbeit in Erfüllung gegangen. Die burschenschaftliche Bewegung hat immer an der Idee eines geeinten Deutschlands in Frieden, Freiheit und mit demokratischen Strukturen festgehalten. Die aktuellen Debatten zum Stand der „inneren“ Wiedervereinigung, zu Wahlumfragen, zu neuen Mauern zwischen Ost und West was die politischen Präferenzen angeht und nicht zuletzt die immer noch andauernde Suche nach einer gemeinsamen Identität können für uns Burschenschafter nicht verdrängen, was uns dieser Tag bedeutet. Wir schätzen uns glücklich, daß die Chance zur Wiedervereinigung von West- und Ostdeutschland gegeben war und trotz aller Widrigkeiten genutzt wurde. Die allfälligen Debatten über die Unterschiede zwischen unseren Bundesländern können nur ein Auftrag sein, weiter an einem geeinten Deutschland zu arbeiten. Andere Ansichten zur Lage unseres Landes nicht als Angriff, sondern als Debattenbeitrag zu begreifen. Gemeinsame Identität bedarf offensichtlich mehr als eines Grundgesetzes als verfassungsmäßigem Rahmen, bedarf mehr als Wirtschaftshilfe und Transferleistungen, bedarf mehr als politischer Symbolik und Sonntagsreden. Es bedarf einer offenen Debattenkultur, einer Kultur des Zuhörens und miteinander Redens, nicht der Ausgrenzung. Ein gemeinsames Verständnis der Grundlagen unseres Zusammenlebens, gemeinsame Werte, Kultur, Erziehung, den Grundwerten, die im öffentlichen Raum gelebt werden: eine gemeinsame Identität bedarf eben mehr als eines Einigungsvertrags und staatlicher Mittelvergabe. Es bedarf auch mehr als einer über allem schwebenden Verfassung. Es bedarf der Betonung der Gemeinsamkeit, auch in der wertschätzenden Abgrenzung zu anderen Kulturen und Nationen. Diesem Auftrag wird sich die Allgemeine Deutsche Burschenschaft widmen, nicht der Schlechtrederei und dem Pessimismus.